Können Milch und Eier tierfreundlich produziert werden?

Die meisten von uns versuchen es zu vermeiden, über die Tiere, die wir essen, nachzudenken. Wir möchten weder wissen, wo sie gelebt haben und gestorben sind, noch was sie erleiden mussten, und es ist unwahrscheinlich, dass sich irgendjemand jemals Gedanken darüber gemacht hat, wer sie waren: Hatten Sie Kinder und Freunde? Waren sie kontaktfreudig oder schüchtern? Die Menschen, denen das unnötige Leiden der Nutztiere tatsächlich Sorgen bereitet, ernähren sich vegetarisch. Aber immer mehr Menschen wird bewusst, dass die Tiere in der Eier- und Milchproduktion genauso leiden, wie jene in der Fleischproduktion. Es ist nur weniger sichtbar.

Der Beweis dafür, dass Tiere für Fleisch sterben, liegt auf unseren Tellern. Das kann man nicht schönreden. Beim Essen von Eiern jedoch – vor allem von solchen aus Freilandhaltung – kann man sein Gewissen durch die Vorstellung beruhigen, die Henne, die das Ei gelegt hat, läuft gerade im Sonnenschein scharrend über ein Feld. Und wenn man Milch in seinen Tee oder Kaffee gießt, sieht man die Kuh, von der die Milch stammt, vor sich, wie sie ihren Tag auf einer Weide genießt.

Doch so funktioniert industrielle Tierhaltung nicht.

Legehennen wurden speziell dafür gezüchtet, so viele Eier wie möglich zu legen. Ihre kleinen Körper sind aufgrund der starken Überzüchtung und enormen Legeleistung nach weniger als zwei Jahren oftmals bereits so ausgelaugt, dass die Tiere getötet werden. Fast 10 % der in Deutschland gehaltenen Hennen lebt immer noch in Käfighaltung. In diesen Kleingruppenkäfigen hat ein Huhn etwas mehr Platz als ein DIN A4-Blatt.

Unabhängig vom System, ob Freiland-, Stall-, Bio- oder Käfighaltung – die Eierindustrie hat ein dunkles Geheimnis: die männlichen Küken. Auf jedes weibliche Küken, das einmal Eier legen wird, kommt ein männliches, das das nicht kann. Es wäre außerdem zu mager, so dass es sich nicht lohnt, es für sein Fleisch aufzuziehen, weshalb der Großteil der Eierindustrie auch keine Nahrung für es verschwendet. So wird es am ersten Tag seines Lebens getötet: vergast oder lebendig geschreddert. Es ist ein gnadenloses Geschäft.

Kühen ergeht es kaum besser. Damit Kühe Milch geben, müssen sie – wie alle Säugetiere – zunächst schwanger werden. Doch nicht ihr Kalb, sondern ihre Milch ist gefragt. Ist das Kalb weiblich, wird es der Mutter einige Tage nach der Geburt weggenommen und mit Milchersatz gefüttert. So kann die Milch, die ursprünglich ausschließlich für das Kalb bestimmt war, verkauft werden. Das Kalb wächst auf, und folgt schließlich seiner Mutter auf dem Weg in die Milchindustrie. So muss auch sie, wie ihre Mutter, unter den schweren körperlichen Belastungen von wiederholtem geschwängert werden, von Geburten und dem fast ununterbrochenem Milchgeben leiden. Auch sie wird im Alter von etwa fünf oder sechs Jahren völlig erschöpft sein – die Tierindustrie nennt es „verbraucht“  – und wird zum Schlachter gebracht. Ihre Tochter nimmt dann ihren Platz ein, und so wird der Kreislauf fortgesetzt.

Die Zukunft der männlichen Kälber ist meist noch kürzer und düsterer. Sie geben keine Milch und gehören meist der falschen Rasse an, was sie für die Rindfleisch-Produktion unbrauchbar macht. Einige landen in der Kalbfleisch-Produktion, während in Ländern wie England oder Dänemark viele ganz einfach kurz nach der Geburt erschossen werden. Und all das nur, weil wir die Milch wollen, die doch eigentlich für die Kälber bestimmt ist.

Egal, ob die Kälber weiblich oder männlich sind, die Trennung von ihrer Mutter bricht beiden das Herz. Seit langem ist bekannt, dass Kühe um den Verlust ihrer Kälber trauern können, und einige schreien tagelang verzweifelt nach ihren verlorenen Jungen. Das emotionale Leid ist unermesslich.

Der Wechsel zu tierleidfreien Alternativen ist ziemlich einfach: So kann man zum Beispiel Pflanzenmilch für den Kaffee oder das Müsli und Eiersatz für Rührei oder zum Backen verwenden. Es ist nicht notwendig, tierische Produkte zu sich zu nehmen, und immer mehr Menschen wählen eine rein pflanzliche Ernährung, um das Leid von Tieren nicht zu unterstützen.

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