Ist Veganismus extrem?

Foto Clem Onojeghuo / Unsplash

Manche meinen, dass vegan zu leben eine “extreme” Entscheidung sei. Doch betrachtet man die Auswirkungen der industriellen Tierhaltung, bietet sich ein anderes Bild.

Die industrielle Tierhaltung trägt maßgeblich zum Klimawandel bei

Uns bleiben nur noch 11 Jahre, um die Erderwärmung auf unter 1,5 0C zu begrenzen. Gelingt uns das nicht, erreichen wir einen Kipppunkt und Wetterereignisse werden immer extremer. Durch Überschwemmungen, Hitzewellen und Dürren werden Menschen sterben oder sie verlieren ihre Heimat, werden zu Klimaflüchtlingen, und Ökosysteme und unzählige Arten werden unwiederbringlich ausgelöscht. Die Nutztierhaltung ist ein entscheidender Faktor für die Beschleunigung des Klimawandels: Sie verursacht mehr Emissionen als der Kraft- und Treibstoff aller Autos, Busse, Schiffe, Flugzeuge und Züge auf der Welt zusammen.

Die industrielle Tierhaltung verursacht Waldrodungen

Die industrielle Tierhaltung trägt außerdem einen entscheidenden Anteil an der Entwaldung: Für die Erzeugung tierischer Produkte wird weitaus mehr Nutzfläche benötigt als für die Erzeugung pflanzlicher Produkte. So werden riesige uralte Waldflächen dem Erdboden gleich gemacht, damit dort Weideland entstehen oder Futtermittel für Nutztiere angebaut werden kann. Die Tiere, die die Wälder bewohnen, werden getötet oder vertrieben. Etwa 60 Prozent aller Tierpopulationen sind seit 1970 von unserem Planeten verschwunden und die Landwirtschaft – vor allem die Tierhaltung – ist dafür eine der Hauptursachen.

Die industrielle Tierhaltung verursacht Artensterben

Durch den Verlust des Lebensraumes und das Sterben der Tiere sterben ganze Arten aus; durch unsere fleischlastige Ernährung sterben auch Arten aus, die wir noch nicht einmal entdeckt oder benannt hatten. Die Situation ist bereits sehr ernst: Wissenschaftler sagen, dass wir auf das sechste Massensterben zusteuern. Es wird das erste durch eine Spezies – durch uns Menschen – verursachte Massensterben sein. Die Haltung von Nutztieren verursacht das Sterben wild lebender Arten.

Die industrielle Tierhaltung verursacht Umweltverschmutzung

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist eine der Hauptursachen für die Verschmutzung der Luft, an Land und im Wasser. Auf der Welt werden Milliarden von Nutztieren gehalten, alle produzieren Abfallprodukte. Diese gigantischen Mengen Gülle können nicht komplett als Düngemittel verwendet werden, weshalb sie in Behältern in Küstenlagungen gelagert werden.   Diese laufen dort sehr oft aus und bedrohen so die Trinkwasserversorgung und zerstören die aquatische Umwelt weiträumig. Gülle und industrielle Düngemittel verursachen das Sterben ganzer Areale im Meer, die dann zu sogenannten Todeszonen werden, in denen keine Tiere mehr leben können.

Die industrielle Tierhaltung ist verschwenderisch

Um 1 kg Fleisch zu produzieren, werden 3 kg Getreide benötigt. Deshalb ist die Fleischproduktion ein äußerst ineffizienter Weg, die weltweiten Ressourcen zu nutzen. Verzichtete die Menschheit auf tierische Produkte und äße rein pflanzlich, könnten mit weit weniger Anbaufläche viel mehr Menschen ernährt werden. Für Nutztierhaltung werden außerdem große Mengen Wasser benötigt – eine wertvolle, lebenserhaltende Ressource, mit der wir nicht leichtfertig umgehen können.

Die industrielle Tierhaltung verursacht unvorstellbares Leid

Fast jeder, der einmal einen Massentierhaltungsbetrieb betreten hat, findet, dass dieses System nicht zu rechtfertigen ist. In den Betrieben werden fühlende Wesen, die Schmerzen, Liebe, Angst und Freude so empfinden, wie unsere geliebten Katzen und Hunde es auch tun, in Käfigen eingesperrt und müssen wie Hunderttausende andere in ihren eigenen Exkrementen leben. Sie werden wahrscheinlich niemals frische Luft atmen, umherstreifen, in der Erde wühlen, spielen oder ihre Flügel ausbreiten. Viele Tiere überleben in diesen erbärmlichen Bedingungen nicht und sterben ohne jegliche Versorgung. Vor jenen, die überleben, liegt der entsetzliche Weg ins Schlachthaus.

Die industrielle Tierhaltung birgt Gefahren für die Menschheit

Die Betriebe der intensiven Nutztierhaltung sind sehr dreckig und bedeuten enormen Stress für die Tiere. Daher werden ihnen sehr oft Antibiotika verabreicht, damit sie die wenigen Wochen bis zur Schlachtung überleben. Der weitverbreitete Einsatz von Antibiotika führt dazu, dass gegen Antibiotika resistente Bakterienstämme entstehen. Dr. Margaret Chan, Generaldirektorin

der Weltgesundheitsorganisation, sagte, dass “die Welt auf eine postantibiotische Ära zusteuert, in welcher es gegen viele gewöhnliche Infektionen kein Heilmittel mehr geben wird und diese, wie einst, wieder töten werden”.

Tierische Produkte sind schädlich für die menschliche Gesundheit

Durch den Verzehr tierischer Produkte steigt das Risiko für Herzerkrankungen und Typ-2-Diabetes. Außerdem hat die Weltgesundheitsorganisation verarbeitetes Fleisch als krebserregend, rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Sollen dafür Nutztiere für ihr Fleisch, ihre Milch und Eier gehalten werden?

Demgegenüber stehen pflanzliche Nahrungsmittel: Sie sind gut für uns Menschen, den Planeten und die Tiere

Ernährten sich alle Menschen vegan, benötigten wir 75 Prozent weniger Agrarfläche, wodurch natürliche Lebensräume neu entstehen und sich Tiere ansiedeln könnten.

Der Klimawandel könnte aufgehalten und der Planet für künftige Generationen geschützt werden. Alle Menschen auf der Welt könnten eine vollwertige Ernährung erhalten, und es bliebe noch ausreichend Kapazität für eine wachsende Bevölkerung.

Die Meere könnten geschützt, der Zusammenbruch von Fischpopulationen verhindert und die Plastikmenge, die in die Meere gelangt – ein großer Teil davon stammt aus der Fischerei – stark verringert werden.

Mit einer veganen Ernährung leben wir mitfühlender und ersparen den Schwächsten unnötiges Leid.

Und wir alle hätten ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen, Typ-2-Diabetes und einige Krebsarten.

In Anbetracht all dessen: Ist Veganismus extrem?

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Foto: Clem OnojeghuoUnsplash


  1. ‘World Health Day 2011’, World Health Organization [https://www.who.int/mediacentre/news/statements/2011/whd_20110407/en/]

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