Unser Bild von Hühnern ist komplett falsch

a smart chicken in a tree

Hühner gelten oft als dumm, aber in Wirklichkeit sind sie intelligente, fühlende Wesen, die das Leben ganz ähnlich wie wir erleben. Da diese Tiere so völlig anders aussehen als wir, fällt es vielleicht schwer, die Intelligenz der Vögel zu erkennen und einfühlsam mit ihnen umzugehen.

Doch Forscher sind sich einig darüber, dass Vögel tatsächlich intelligent sind! Die Vogelexperten John Marzluff und Tony Angell schrieben eine Kolumne mit dem Titel „Avian Einsteins“ für Psychology Today, die eine Vielzahl von Beispielen für ihre intelligenten Fähigkeiten aufführt.

Wie klug sind Hühner wirklich?

Hühner sind so klug, dass ihre kognitiven Fähigkeiten, mit denen eines menschlichen Kleinkindes vergleichbar sind.

Hühner haben hochentwickelte sensorische Fähigkeiten, ein komplexes Nervensystem und sind empfindlich gegenüber Schmerzen, Druck und Temperatur, genau wie Menschen und alle anderen Säugetiere. Hühner haben außerdem hoch entwickelte visuelle Fähigkeiten und können eine breitere Farbpalette sehen als Menschen. Einige Hühnerrassen können sogar Magnetfelder wahrnehmen.

Hühner können zählen. Eine Studie der Universität Padua zeigt, wie Küken Unterschiede in der Anzahl von Objekten erkennen können. Forscher platzierten drei Objekte hinter einer und nur zwei hinter einer anderen Tafel. Die Küken gingen konsequent auf die Tafel zu, hinter der sich die größere Anzahl von Objekten befand.

Hühner verfügen auch über eine komplexe Art der Kommunikation. Sie verwenden mindestens 24 unterschiedliche Laute in verschiedenen Szenarien. So nutzen sie zum Beispiel unterschiedliche Laute, um vor einem Räuber, der sich übers Wasser, und einem, der sich auf dem Landweg nähert, zu warnen, oder um Dinge wie „Lasst uns zusammenbleiben“ zu kommunizieren.

Wie verhalten und fühlen sich Hühner?

Genau wie Hunde oder Menschen haben Hühner einzigartige Persönlichkeiten und verfügen über ein breites Spektrum von Emotionen. Sie drücken sich auf vielfältige und komplexe Weise aus und zeigen ausgeprägte emotionale und mentale Fähigkeiten.

Zum Beispiel können Hühner träumen. Eine Studie, die die elektrische Aktivität ihres Gehirns analysierte, zeigte, dass Vögel wie Hühner einen wellenartigen Schlaf haben, in dem sie verschiedene Phasen durchlaufen. Das bedeutet, dass sie zwischen den verschiedenen Bewusstseinszuständen von Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf wechseln. Genauso wie Menschen!

Hühner können andere erkennen und Individuen unterschiedlich behandeln. In den engen Hallen von Tierfabriken geschieht dies oft in Form einer „Hackordnung“ – Hühner interagieren in einer Hierarchie, in der einige Hühner dominanter oder schüchterner sind als andere. Sie wissen, wen sie besser meiden sollten und mit wem sie sich anfreunden können.

Hühner können auch mitfühlend und fürsorglich sein. Zum Beispiel fühlen Hennen mit ihren Küken mit, wenn es ihnen nicht gut geht. In einer Studie verursachten die Forscher Stress bei Küken, was zu einer körperlichen Reaktion bei den Hennen führte – Körpertemperatur und Herzfrequenz stiegen an. Diese Flucht- oder Kampfreaktion wird in einer Notlage aktiviert und zeigt, dass sie wirklich mit ihren Küken mitfühlen. Der Ausdruck „Glucke“ ist also absolut treffend!

Hühner leiden furchtbar in der Massentierhaltung

Die meisten Hühner weltweit leben in Massentierhaltungsbetrieben und die meisten sogenannten Nutztiere sind Hühner. Hühner sind viel kleiner als andere domestizierte Tiere wie Rinder und Schweine, also müssen wir mehr von ihnen züchten und schlachten, um eine ähnliche Menge an Fleisch zu erhalten. Außerdem ist der Verzehr von Hühnerfleisch in den meisten Industrieländern gestiegen, da weniger rotes Fleisch konsumiert wird – teilweise aus Angst vor den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Insgesamt machen Hühner 88 % der zur Nahrungsproduktion gehaltenen Tiere aus, und nicht weniger als 99 % dieser Hühner werden in Massentierhaltungsbetrieben aufgezogen.

Diese Massentierhaltungsbetriebe bestehen aus großen, langen Hallen, oft dunkel und vollgepackt mit Zehntausenden von Vögeln. Dort haben sie keine Möglichkeit, ihr natürliches Verhalten auszuleben, wie auf einer Sitzstange zu sitzen oder ein Nest zu bauen, und haben in der Regel jeweils nur eine Fläche zur Verfügung, die kleiner als ein DIN A4-Blatt ist. Die Hallen werden vor dem Eintreffen neuer Vögel nicht gereinigt, und so führen die sich anhäufenden Ausscheidungen der Hühner zu einem übermäßigen Ammoniakgehalt der Luft. Es kann so schlimm werden, dass Ammoniak die Lungen der Hühner füllt, wodurch sie schließlich am sogenannten „sudden-death syndrome“ sterben. Und das nur, weil sie ihre eigenen Ausscheidungen einatmen.

Hühner in der Nahrungsmittelproduktion haben ein unglaublich kurzes Leben – durchschnittlich nur 47 Tage in den USA und 42 Tage in der EU. Dabei kann ihre natürliche Lebensdauer über 7 Jahre betragen. Ein Huhn namens Matilda wurde sogar 16 Jahre alt!

Hühner sind wahrscheinlich noch klüger, als wir denken

Wir müssen bedenken, dass ein Großteil dessen, was wir über Hühner wissen, auf der Agrarforschung basiert, wie diese wissenschaftliche Publikation aufzeigt. Die Industrie kommerzialisiert die Hühner und sieht sie, auch was ihr Wohlergehen angeht, einzig unter dem Aspekt der Produktivität. Das macht die Forschung ein wenig einseitig. Hühner werden nur selten in einer natürlichen oder entspannten Umgebung beobachtet. Doch können diejenigen, die – wie ich selbst – Hühner in einer weniger grausamen Umgebung erlebt haben mit Sicherheit bestätigen, dass Hühner klug und voller Emotionen sind.

Genau wie Hunde oder Katzen, die aus schlechter Haltung gerettet wurden, legen auch Hühner ihre Abwehrhaltung ab, sobald sie in eine entspanntere Umgebung kommen. Auf Gnadenhöfen, wo Hühner ihr natürliches Verhalten zeigen können, sah man sie sogar schon schnurrend wie Kätzchen!

Wie kann man den Hühnern helfen?

Der beste Weg Hühnern zu helfen ist, sie nicht zu essen und die Massentierhaltung nicht weiter zu unterstützen. Im Rahmen unserer Million Dollar Vegan-Kampagne ermutigen wir Sie dazu, während der 40-tägigen Fastenzeit eine vegane Ernährung auszuprobieren. Ein guter Anfang ist unser ausführliches Veganes Starterkit. Laden Sie es noch heute herunter, um Ihre Essgewohnheiten dahingehend zu ändern, in Zukunft auf den Verzehr von Hühnern zu verzichten.

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Foto von Jason Leung on Unsplash

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