Gesundheit der Umwelt

Da die industrielle Tierhaltung ein bedeutender Faktor für das Voranschreiten des Klimawandels, die Abholzung der Wälder und den weltweiten Artenverlust sowie eine bedeutende Ursache für die globale Umweltverschmutzung ist, hat der Übergang zu einer pflanzlichen Ernährung tiefgreifende positive Auswirkungen auf unsere Umwelt.

Klimawandel

Der Klimawandel ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Jedes Tier und jede Pflanze, jedes Ökosystem, das Wohlergehen und die Gesundheit von Milliarden Menschen und anderen Lebewesen ist davon betroffen. Deswegen müssen wir uns dieser Herausforderung schnellstmöglich annehmen.

Im Jahr 2017 gaben 15.000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine „Warnung an die Menschheit“ über den Klimawandel heraus1. Im Jahr 2018 veröffentlichte der Weltklimarat einen Bericht, in dem es hieß, dass dringende und beispiellose Veränderungen erforderlich seien, um eine globale Katastrophe zu vermeiden2.

Das sind Veränderungen, die wir alle vornehmen müssen.

Bekämpfung des Klimawandels durch Ernährungsumstellung

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist die industrielle Tierhaltung für 14,5 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich3 – mehr als alle Emissionen aus dem Kraftstoff von Autos, Zügen, Schiffen und Flugzeugen der Welt zusammen…

Die Emissionen der Tiere selbst spielen natürlich eine Rolle, aber jeder einzelne Schritt in der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern verbraucht Energie: Von der Rodung der Weideflächen und dem Anbau von Futtermitteln über den Transport der Tiere zur Schlachtung bis hin zur Herstellung von Kunststoffverpackungen und dem weltweiten Kühltransport der Produkte.

Es verwundert also nicht, dass Klimaforscher und -forscherinnen in ihren Diskussionen darüber, wie wir unsere Auswirkungen auf das Klima positiv verändern könnten, zu dem Schluss kommen, dass wir – neben der Tatsache, dass weniger fossile Brennstoffe wie Kohle oder Öl genutzt werden sollten – unseren Verbrauch an tierischen Produkten reduzieren – oder noch besser: beenden – sollten4.

Und wir müssen jetzt anfangen. Der Weltklimarat warnt, dass wir voraussichtlich nur bis 2030 Zeit haben, um die Klimakatastrophe einzugrenzen5.

Abholzung

Bäume spielen eine entscheidende Rolle für unser Überleben, da sie etwa 25 Prozent der schädlichen CO2-Emissionen aus unserer Atmosphäre entfernen. Doch mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Fleisch steigt auch die Fläche, die für die Haltung von Tieren und den Anbau von Futter benötigt wird. Denn für die Fleischproduktion wird viel mehr Land benötigt als für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel. Tatsächlich verbraucht die Tierhaltung 83 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, liefert aber nur 18 Prozent der Kalorien6. Die wachsende Nachfrage nach Fleisch bedeutet deshalb, dass zahllose alte Wälder dem Erdboden gleichgemacht werden und die Umweltschäden noch lange nach dem Fällen der Bäume anhalten. Ohne die Beschirmung durch die Baumkronen, die vor Sonne und Wind schützt, wird der Boden empfindlich und kann bei Regenfällen leicht weggespült werden. Abholzungen können einst reiche Landschaften völlig unfruchtbar machen – und die Tierhaltung ist eine der Hauptursachen für diese Zerstörung der Wälder7.

Artensterben

Durch das Abholzen der Wälder werden ganze Tierpopulationen getötet oder vertrieben, wobei jeden einzelnen Tag schätzungsweise 135 Arten aussterben8.

Auch die Ozeane werden dezimiert. Große Teile der Meere wurden völlig überfischt und es würde dramatischer Maßnahmen bedürfen, um sie wiederherzustellen9. Ganze Artengruppen stehen kurz vor dem Aussterben10. Es sind nicht nur die Fische gefährdet, die wir direkt essen, sondern auch die Fische, die wir töten und an Nutztiere verfüttern, einschließlich Zuchtfische.

Weltweit ist die Anzahl der Tierarten seit 1970 um 60 Prozent zurückgegangen.11 Aufgrund dieses dramatischen Artensterbens sprechen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute bereits von einer „biologischen Vernichtung“12 und stellen Vergleiche mit einem möglichen sechsten Massensterben der Weltgeschichte an. Mit der weltweiten Nachfrage nach tierischen Produkten schreitet auch diese Zerstörung immer weiter voran.

Verschmutzung

All die Milliarden von Nutztieren produzieren tagtäglich natürlich unzählige Abfälle13. Früher, als lokale, kleinbäuerliche Betriebe die lokale Bevölkerung versorgten, konnte die Gülle als Dünger auf dem Land genutzt werden. Heutzutage aber kann die Erde die derzeit produzierten riesigen Mengen nicht mehr aufnehmen. Stattdessen wird Gülle in eigens dafür gebauten „Lagunen“ und Tanks gelagert, aus denen sie wiederum oft ausläuft und somit zum einen die Trinkwasserversorgung gefährdet und zum anderen weitreichende Zerstörungen in den Lebensräumen der Wassertiere anrichtet14. Zehntausende Kilometer von Flüssen in den Vereinigten Staaten und Europa werden jedes Jahr mit Gülle verschmutzt, wobei ein einziges Leck in Kalifornien etwa 10 Millionen Fische getötet hat15.

Vegan für den Planeten

In den letzten Jahren haben wir unaufhörlich das Abholzen der Wälder, die Verschmutzung von Land, Wasser und Erde sowie das Aussterben unzähliger Arten vorangetrieben. Wir haben rekordverdächtige Stürme, katastrophale Waldbrände, Wasserknappheit, Korallenbleiche, sauerstofffreie umgekippte Gewässer, Hitzewellen, einen steigenden Meeresspiegel, schmelzende Eiskappen und verheerende Überschwemmungen erlebt.

Treibende Kraft für diese globale Verwüstung ist der Konsum von tierischen Produkten.

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1 Andrew Griffen, ’15,000 scientists give catastrophic warning about the fate of the world in new “letter to humanity”’, The Independent, 13 Nov 2017 [https://www.independent.co.uk/environment/letter-to-humanity-warning-climate-change-global-warming-scientists-union-concerned-a8052481.html]

2 Jonathan Watts, ‘We have 12 years to limit climate change catastrophe, warns UN’, The Guardian, 8 Oct 2018 [https://www.theguardian.com/environment/2018/oct/08/global-warming-must-not-exceed-15c-warns-landmark-un-report]

3 Food and Agriculture Organization of the United Nations, ‘Tackling climate change through livestock: a global assessment of emissions and mitigation opportunities’, 2013 [http://www.fao.org/3/a-i3437e.pdf]

4 ‘A blanket around the Earth’, Earth Science Team, NASA [https://climate.nasa.gov/causes/]

5 Jonathan Watts, ‘We have 12 years to limit climate change catastrophe, warns UN’, The Guardian, 8 Oct 2018 [https://www.theguardian.com/environment/2018/oct/08/global-warming-must-not-exceed-15c-warns-landmark-un-report]

6 Damian Carrington, ‘Reducing meat and dairy is “single biggest way” to reduce your impact on Earth’, The Guardian, 31 May 2018 [https://www.theguardian.com/environment/2018/may/31/avoiding-meat-and-dairy-is-single-biggest-way-to-reduce-your-impact-on-earth]

7 James Cameron and Suzy Amis Cameron, ‘Animal agriculture is choking the Earth and making us sick. We must act now,’ The Guardian, 4 Dec 2017 [https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/dec/04/animal-agriculture-choking-earth-making-sick-climate-food-environmental-impact-james-cameron-suzy-amis-cameron]

8 ‘Measuring the daily destruction of the world’s rainforests’, Scientific American [https://www.scientificamerican.com/article/earth-talks-daily-destruction/]

9 World Wildlife Fund, ‘Overfishing’ [https://www.worldwildlife.org/threats/overfishing]

10 World Wildlife Fund, ‘Living Blue Planet Report’, 2015 [https://assets.wwf.org.uk/downloads/living_blue_planet_report_2015.pdf]

11 Damian Carrington, ‘Humanity has wiped out 60% of animal populations since 1970, report finds’, The Guardian, 30 Oct 2018 [https://www.theguardian.com/environment/2018/oct/30/humanity-wiped-out-animals-since-1970-major-report-finds]

12 Damian Carrington, ‘Earth’s sixth mass extinction event under way, scientists warn’, The Guardian, 10 Jul 2017 [https://www.theguardian.com/environment/2017/jul/10/earths-sixth-mass-extinction-event-already-underway-scientists-warn]

13 ‘Strategic Plan 2013-17: For kinder fairer farming worldwide’, Compassion in World Farming [https://www.ciwf.org.uk/media/3640540/ciwf_strategic_plan_20132017.pdf]

14 George Monbiot, ‘Toothless Environment Agency is allowing the living world to be wrecked with impunity’, The Guardian, 12 Nov 2015 [https://www.theguardian.com/environment/georgemonbiot/2015/nov/12/toothless-environment-agency-is-allowing-the-living-world-to-be-wrecked-with-impunity]

15 John Vidal, ‘10 ways vegetarianism can help save the planet’, The Guardian, 18 Jul 2010 [https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2010/jul/18/vegetarianism-save-planet-environment]

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