Liegt es in der Natur der Menschen, Fleisch zu essen?

Die meisten Menschen würden sagen, dass es normal und natürlich ist, Fleisch zu essen, da es viele Kulturen auf der Welt, laut ihrer Geschichtsschreibung, schon immer getan haben. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass der Verzehr von Fleisch für die Entwicklung unserer Vorfahren zum heutigen Menschen hin entscheidend war. Somit ist das Essen von Fleisch zwar ein Erbe der Menschheit, doch wir leben nicht mehr in der Steinzeit, und können es uns deshalb erlauben, unsere Ernährungsweise selbst zu wählen.

Die Technik ist seit der Zeit unserer frühzeitlichen Vorfahren rasant fortgeschritten, wodurch wir mittlerweile die Möglichkeit haben, auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. Die Fortschritte in der Landwirtschaft und beim Transport von Lebensmitteln ermöglichen uns die Verfügbarkeit einer reichen Auswahl an pflanzlichen Nahrungsmitteln. Gleichzeitig wurden innovative und praktische Möglichkeiten für die Lagerung, das Kochen und die Verarbeitung von Lebensmitteln entwickelt, durch die wir auf gesunde und leckere Art und Weise mit allen Nährstoffen versorgt werden.

Leider haben wir viele dieser Technologien dazu verwendet, Unmengen an Fleisch zu produzieren – zum Nachteil unserer Gesundheit, der Umwelt und der Tiere. Vor dem Hintergrund von weltweit 70 Milliarden Nutztiere, die jedes Jahr gezüchtet werden, spricht die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen von der industriellen Tierhaltung als „der womöglich größten branchenspezifischen Ursache der Wasserverschmutzung die zur Eutrophierung (Anreicherung von Nährstoffen) beiträgt, der sogenannten Totzonen in Küstenregionen, der Zerstörung von Korallenriffen, von menschlichen Gesundheitsproblemen, der zunehmenden Antibiotikaresistenzen und vielem mehr“.

Für Archäologen ist es schwer, genaue Daten über die paläolithische Ernährung unseres vorzeitlichen Verwandten, des Homo erectus, zu sammeln, da tierische Skelettreste leichter zu identifizieren sind als leicht verderbliche Pflanzenreste. Wissenschaftler haben kürzlich die bisherige Annahme korrigiert, unsere Vorfahren hätten eine überwiegend fleischbasierte Ernährung konsumiert. Einige unserer nächsten Verwandten im Tierreich – Schimpansen, Gorillas und andere Menschenaffen – ernähren sich heute größtenteils rein pflanzlich, wobei geschätzt 10 % oder weniger ihrer Nahrung aus Tieren und Insekten bestehen. Vermutlich verdanken wir es einem gemeinsamen Vorfahren, dass wir über die Verdauungsenzyme und den passenden Kiefer für eine vegane Ernährung verfügen.

Vielleicht war es vor tausenden von Jahren natürlich und wahrscheinlich auch notwendig, Fleisch zu essen. Doch heute können wir diese Vergangenheit hinter uns lassen und uns weiterentwickeln. Durch den Wandel zu einer veganen Esskultur ließe sich die Gesundheit der Menschen weltweit verbessern, und die Auswirkungen unseres Handelns auf den Planeten und die Tiere, mit denen wir diese Erde teilen, reduzieren. Der Verzehr von Fleisch mag einst natürlich gewesen sein, aber unsere Grausamkeit gegen Tiere, Umweltzerstörung und massiver Überkonsum sind es bestimmt nicht.

Dieser Artikel wurde erstmals auf der Veganuary-Website veröffentlicht.

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Kate ist die britische Kampagnenmanagerin für Million Dollar Vegan. Kate lebt seit über 25 Jahren vegan. Sie hat mit zahlreichen Medien und an unterschiedlichen politischen Kampagnen mitgearbeitet, unter anderem, um das Leiden von Nutztieren beim Schlachten aufzudecken.

 

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