Das Gefühlsleben der Tiere

Von Caroline Burgess-Pike

Milliarden von Tieren werden jedes Jahr zu Nahrungszwecken gezüchtet, wobei die überwiegende Mehrheit dieser Tiere in Massentierhaltungen lebt – meist unter unnatürlichen Bedingungen. Aber kann ein Tier Emotionen haben? Und fühlen Tiere Stress oder Schmerzen?

Per Definition ist ein Lebewesen in der Lage, „Dinge wahrzunehmen oder zu fühlen“. Als fühlende Wesen können alle Tiere – von Kühen, Schweinen und Schafen bis hin zu Hühnern, Enten und Gänsen – Emotionen wie Schmerz, Angst, Trost und Freude erleben. Die ganze Bandbreite von Gefühlen, die wir Menschen kennen, kennen auch nicht menschliche Tiere.

Das geheime Leben der Tiere

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben beispielsweise entdeckt, dass Ziegen Frust verspüren, wenn sie von ihrer Herde isoliert werden oder ihnen Nahrung vorenthalten wird. Andere Studien haben gezeigt, dass der Persönlichkeitstyp eines Fisches die Wahrscheinlichkeit, ob bestimmte Parasiten vorhanden sind oder nicht, sowie seine Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden, beeinflusst.

Schafe können die Gesichter anderer Schafe erkennen und sich bis zu zwei Jahre lang an sie erinnern und Mutterhennen bringen ihren Küken bei, welche Nahrungsmittel sich am besten als Futter eignen. Kühe sind freudig bewegt, wenn sie es schaffen, ein Tor zu öffnen, hinter dem zur Belohnung Nahrung auf sie wartet. Schweine gelten als ebenso intelligent wie dreijährige menschliche Kinder – sie sind in der Lage, herausfordernde Probleme zu lösen, sie lieben es, zu spielen und herumzutollen, und sie haben einzigartige, individuelle Persönlichkeiten.

Tiere haben also Gefühle und so können sie auch leiden. Insbesondere Tiere, die in der Massentierhaltung gehalten werden, sind starkem Stress ausgesetzt. Dieser beginnt bei ihrer Aufzucht und dem Kummer, wenn sie von ihrer Familie oder Herde getrennt sind, und setzt sich beim Transport zum Schlachthof sowie während der Schlachtung fort. Zudem leiden sie zeit ihres Lebens unter enormen Schmerzen.

Obwohl Werbekampagnen und Verpackungen uns glauben lassen, dass Milchkühe glücklich auf der Weide stehen, Legehühner im Stroh ein Leben voller Freiheit genießen und Schweine den ganzen Tag im Schlamm herumtollen können, könnte diese Idealvorstellung nicht weiter von der Realität der Tiere in Massentierhaltungsanlagen entfernt sein.

Die Auswirkungen von industrieller Tierhaltung auf das Gefühlsleben der Tiere

Tiere, die in Mast- und Zuchtanlagen leben, um Fleisch oder andere Tierprodukte zu liefern, müssen alle Entbehrung und Leid erfahren.

Weltweit werden ca. 90 % aller Nutztiere in Massentierhaltung gehalten. Angefangen bei Schweinen, die in winzigen Käfigen, sogenannten Kastenständen, gehalten werden, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können, über Masthühner, deren Körper auf Grund des übermäßigen Mästens häufig so deformiert sind, dass sie unter Herzkrankheiten leiden, bis hin zu Kälbern, die 24 Stunden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt werden, damit der Mensch die Muttermilch trinken kann – all diese Tiere in der Massentierhaltung leiden unter ihrer Ausbeutung.

Tierfabriken schädigen Tiere physisch und psychisch. In freier Wildbahn lieben Tiere es – unabhängig von der Art –, zu spielen und sozial zu interagieren. Es handelt sich um völlig natürliche Verhaltensweisen, die die Evolution hervorgebracht hat. Dies kann man beispielsweise am Vergleich eines in der Massentierhlatung gezüchteten Schweins mit seinem Wildschwein-Vorfahren, der frei herumlaufen kann, sehen. Aber wie soll ein Tier, dessen natürliche Veranlagung es ist, mit seiner Familie zu spielen, herumzustreifen und zu interagieren, seine natürlichen Emotionen erleben können, wenn es sich in einem winzigen Käfig befindet und von seiner Familie getrennt wird?

Die Antwort ist: Sie können es nicht. In den Mast- und Zuchtbetrieben dieser Welt erfahren die Tiere kaum positive Emotionen – neben den physischen Einschränkungen in ihrem Leben als landwirtschaftliches Nutztier ist also auch die emotionale Seite ihres Lebens stark betroffen. Und selbst Tiere, die Gras unter ihren Füßen spüren dürfen, können nicht immer ihren natürlichen Verhaltensweisen nachkommen – man denke an die Situation des kleinen Kalbs, das nach der Geburt von seiner Mutter getrennt wird.

Den Tieren – und dem Planeten – eine bessere Zukunft geben

Ist es also nicht die logische Schlussfolgerung, dass wir unser Verhalten anderen Tierarten gegenüber überdenken und in Erwägung ziehen, uns rein pflanzlich zu ernähren? Indem wir versuchen, vegan zu leben, minimieren wir nicht nur die Auswirkungen unserer Lebensweise auf die Umwelt, sondern tragen auch dazu bei, das Leiden der Milliarden von Tieren zu reduzieren, die jedes Jahr zu Nahrungszwecken aufgezogen und geschlachtet werden.

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Caroline Burgess-Pike ist die PR-Managerin von Million Dollar Vegan. Sie lebt seit über drei Jahren vegan und hat den Ernährungswechsel nach Dokumentationen wie Cowspiracy und Earthlings vollzogen. Caroline wurde aus ethischen und Umweltschutz-Gründen vegan und hat bereits einen Großteil ihres beruflichen und persönlichen Lebens damit verbracht, sich für eine bessere Welt für Tiere einzusetzen. Ihre Karriere umfasst Journalismus, Marketing für vegane Marken, Charity-Kampagnen und Unternehmenskommunikation.

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